Landesgruppe Berlin / Brandenburg


Aktivitäten 2016

Tag des offenen Denkmals 2016

Nach dem großen Erfolg des letzten Jahres veranstaltete die Landesgruppe Berlin-Brandenburg auch 2016 wieder Touren in Berlin, dieses Jahr erweitert um eine Tour in Potsdam. Auch 2016 waren alle Touren gut besucht, insgesamt gab es ungefähr 75 Teilnehmer.

Am Samstag startete unter dem Motto „Restauratoren über die Schulter geschaut“ die Fahrradtour mit 14 Teilnehmern rund um die Berliner Mitte. Bei strahlendem Sonnenschein konnten an vier Stationen Mitglieder des RiH ihre Restaurierungsarbeiten erläutern. Die besonders beliebte Bustour „Wer baute das siebentorige Theben“ – frei nach dem Gedicht von Bertolt Brecht, nämlich die Handwerker – war auch dieses Jahr überbucht. Nach den Stationen in Berlin-Mitte konnte zusätzlich die Restaurierung des Treppenhauses in der Dickardtstraße von Maler und Restaurator im Handwerk Thomas Pollack erklärt werden.

Am Sonntag ging die Tour in Potsdam zu Fuß von der Alexandrowka – einer von Friedrich Wilhelm dem III. im russischen Stil angelegten Siedlung – über eine Wohnsiedlung mit expressionistischer Fassadengestaltung ins Zentrum zu einem Treppenhaus im Holländerviertel, dass im Jugendstil neu ausgemalt worden war, und zu einer barocken Treppenanlage. Gerade an letzterem Objekt erläuterte Dietmar Aufleiter, Tischler und Treppenbauer, anschaulich die Schwierigkeiten der Zusammenarbeit mit Generalunternehmern, die an diesem Beispiel zu unter restauratorischen Gesichtspunkten fraglichen Entscheidungen führten. Ein glücklicher Zufall führte gerade zu diesem Zeitpunkt einen der Eigentümer an der Gruppe vorbei, der nicht nur interessiert zuhörte, sondern auch für zukünftige Arbeiten den Kontakt zu der Firma suchte.

Endpunkt und nach 3 Stunden Laufen in großer Hitze mit den angebotenen Erfrischungen sehr willkommen war der Winzerberg am Tor zu Sanssouci, der im 19 Jahrhundert für den Wein- und Obstkonsum der Könige angelegt wurde. Er ist ein wunderbares Beispiel für das diesjährige Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“, denn seine Restaurierung wurde und wird durch eine privaten Verein betrieben, bei dem Roland Schulze, Mitglied im RiH, eine tragende Rolle spielt. Er erläuterte fachkundig die Arbeiten zur Stabilisierung des Berges und die Restaurierung der Gewächshäuser.

Dietmar Aufleiter erläutert, wie die frühklassizistische Treppe restauriert wurde und warum diese Arbeiten nur 10 Jahre nach der Grundsanierung der 1990er Jahre notwendig geworden waren.

Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof erhielten die Teilnehmer von Thomas Dempwolf - Metallrestaurator - nicht nur Informationen über die hier bestatteten Persönlichkeiten, sondern auch Erläuterungen zu den Restaurierungen der kostbaren historischen Grabgitter.

Das Tieranatomische Theater, einen bedeutenden frühklassizistischen Bau von C.G.Langhans, wurde von den beiden Restauratoren im Handwerk Dirk Meier und Wolfgang Dambacher vorgestellt.

Zu sehen ist hier die Detailarbeit an winzigen Stuckelementen für die Rekonstruktion des großen Gipsmodells des Berliner Doms durch die Firma Sebastian Rost, eine Arbeit, die vor allem Geduld und Spaß am Puzzlen verlangt.

In Potsdam startet die Tour mit den Erläuterungen zur Geschichte und Farbbefunduntersuchung des Königlichen Landhauses in der Russischen Kolonie, vorgetragen von Jens Dornbusch, Maler und Restaurator im Handwerk.

Ganz anders gelagert sind die Probleme der Wohnhäuser am Schragen, die zur Zeit mit den Folgen einer falschen Farbbeschichtung kämpfen und wo sukzessive das für die expressionistische Gestaltung mit ihren starken Farben notwendige offene Farbsystem aufgebracht wird.

Abschluss und Krönung: der Winzerberg: vorgestellt von Roland Schulze, ein starkes gemeinschaftliches Projekt. Vielfältige Herausforderungen wie Statik, Mauerwerksarbeiten, Metallarbeiten, Holzarbeiten, Pflanzenauswahl und –pflege hat der Verein in den letzten 10 Jahren bewältigt, dazu die Nutzungsfragen, Sponsorenbetreuung und vieles mehr. Noch ist nicht alles fertig, doch schon jetzt ist das Ergebnis überwältigend.

 

Landesgruppe Berlin-Brandenburg auf der bautec Berlin

Die erste Veranstaltung der Landesgruppe 2016 war die bautec Berlin, die alle zwei Jahre stattfindende überregionale Baumesse. Der Stand der Restauratoren im Handwerk wurde nicht nur allgemein als der schönste bewertet, sondern wurde auch durchgängig mit handwerklich-restauratorischen Aktivitäten gefüllt – immer eine Attraktion für die Besucher. Gezeigt wurden neben Klempnerarbeiten auch Vergoldungen, dekorative Malereien und Stuckarbeiten. Es wurde vorgeführt, wie ein klassischer Rundbogen gemauert wird und als außergewöhnliches Gewerk die Herstellung und Bearbeitung von Kunststein also Betongusselemente. Von den teilnehmenden Firmen wurde die Veranstaltung durchweg positiv bewertet.
Die nächste öffentliche Veranstaltung, auf der sich die Landesgruppe präsentieren wird, ist der Berliner Denkmaltag am 15. April 2016 mit dem Thema „Denkmal digital“. Die Veranstaltung findet an der TU Berlin statt (Architekturgebäude, Straße des 17. Juni 152, 10623 Berlin). Weitere Informationen sind zu finden auf der Internetseite des Landesdenkmalamtes

www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/berliner_denkmaltage/

Aktivitäten 2015

Tag des offenen Denkmals 2015

Die Landesgruppe Berlin-Brandenburg bestritt den diesjährigen Denkmaltag mit einem Programm eigener Arbeiten. Unter dem Motto „Restauratoren über die Schulter geschaut“ wurden an beiden Tagen Fahrradtouren von der Berliner Mitte bis nach Pankow-Schönhausen organisiert. Unterwegs wurde an 6 Stationen Halt gemacht, um Restaurierungsbaustellen und fertiggestellte Denkmale anzuschauen, an denen Mitglieder mitgearbeitet hatten. Die Arbeiten wurden anschaulich von den beteiligten Restauratoren im Handwerk erläutert. Zu sehen waren die akribische Arbeit der Rekonstruktion des großen Gipsmodells des Berliner Doms durch die Firma Sebastian Rost, eine Arbeit, die vor allem Geduld und Spaß am Puzzlen verlangt. Danach ging es zur Auguststraße, wo Dietmar Aufleiter erläuterte, wie die spätbarocke Treppe restauriert wurde und warum diese Arbeiten nur 10 Jahre nach der Grundsanierung der 1990er Jahre notwendig geworden waren. Das Tieranatomische Theater, einen bedeutenden frühklassizistischen Bau von C.G.Langhans, wurde von den beiden Restauratoren im Handwerk Dirk Meier und Wolfgang Dambacher vorgestellt. D.Meier führte anschließend noch durch die Baustelle des Naturkundemuseums, wo die riesigen Fenster eines Ausstellungssaals nicht nur restauriert, sondern auch für heutige Anforderungen ertüchtigt wurden. Auf dem Pankeweg gelangten die Gruppen bis zum Bürgerpark Pankow und dem Schloss Niederschönhausen. Die Stuck- und Putzarbeiten an beiden Objekten wurden von der Firma Friedrich Schuster erläutert. Die Touren waren mit je 15 Teilnehmern gut besucht und das Interesse groß.
„Wer baute das siebentorige Theben“ lautete die Überschrift einer Bustour zu den genannten und weiteren Projekten. Damit sollte das Augenmerk auf diejenigen gerichtet werden, die tatsächlich die Arbeiten an den Baudenkmälern ausführen. Hier konnte zusätzlich ein Treppenhaus mit Rekonstruktionen von Dekorationsmalereien und Marmorimitationen durch Restaurator im Malerhandwerk Thomas Pollack besichtigt werden. Die Tour wurde fachkundig geleitet durch den Kunsthistoriker John Lochner-Griffith. Die Bustour war besonders beliebt und schon bald ausgebucht.
Das große Interesse des Publikums spricht dafür, im nächsten Jahr ähnliche Veranstaltungen anzubieten.
Am Sonntag wurde der Denkmaltag traditionell beschlossen mit dem Berliner Denkmalsalon, der im Roten Rathaus stattfand. Auch hier konnte die Landesgruppe mit dem Zeitschriftenstand anwesend sein und für den Verein und die handwerkliche Restaurierung werben.

A.R.

Tag des offenen Denkmals 2015
Erläuterungen zur Restaurierung des Dommodells

Tag des offenen Denkmals 2015
D. Aufleiter erklärt die Restaurierung der Treppe Auguststraße

Tag des offenen Denkmals 2015
Gemeinsame Arbeit: D. Meier und W. Dambacher im Tieranatomischen Theater

Tag des offenen Denkmals 2015
Stand auf der Abschlussveranstaltung

Aktivitäten 2014

Juli
Tagung „Qualität der Restaurierung in der Denkmalpflege - Restauratoren und Restauratoren im Handwerk“

Am 2. Juli fand im Brandenburger St. Paulikloster ein Facharbeitsgespräch zum Thema der Qualität in der Restaurierung statt. Veranstaltet wurde die Tagung gemeinsam durch das Landesdenkmalamt Brandenburg, den Verband der Restauratoren VdR und die Vereinigung der Restauratoren im Handwerk, Landesgruppe Berlin-Brandenburg. Die Facharbeitsgespräche werden vom Landesdenkmalamt einmal im Jahr veranstaltet und sind zur Fortbildung der Unteren Denkmalschutzbehörden gedacht, sie stehen aber auch dem interessierten Fachpublikum offen.
Seit einiger Zeit kommen Diplomrestauratoren und Restaurator im Handwerk zusammen, um über Möglichkeiten und Wege der Zusammenarbeit zu reden und die Vorbehalte abzubauen, die es auf beiden Seiten gegenüber den Kompetenzen des Anderen gibt. Ein Ergebnis war die Tagung in Brandenburg, die dazu dienen sollte, die Anforderungen und Rahmenbedingungen der Tätigkeiten genauer vorzustellen. Qualität in der Restaurierung ist das Ergebnis der Kooperation vieler Fachleute, die gemeinsam im Planungsprozess und in der Umsetzung denkmalpflegerischer Maßnahmen arbeiten. Dazu stellten Vertreter der Beteiligten ihre Aufgaben vor. Mechthild Noll-Minor für das Landesdenkmalamt, Olaf Schwieger für den VdR, Sebastian Rost für die Restauratoren im Handwerk und Heidrun Fleege als Vertreterin der Seite der Architekten erläuterten das Berufsbild der Fachgruppen und die Kompetenzen im Rahmen des Restaurierungsprozesses an einer Denkmalaufgabe. Dabei wurde auch angesprochen, wie fachlich fundierte Ausschreibungen und Vergaben helfen, die Qualität der Restaurierung zu sichern. Am Nachmittag wurden Beispiele aus der denkmalpflegerischen Praxis präsentiert, bei denen eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Diplomrestauratoren und Restauratoren im Handwerk das Ergebnis der Restaurierung verbesserten.
Die Veranstaltung war mit etwa 100 Besuchern sehr gut besucht und es bleibt zu hoffen, dass im Sinne einer gelungenen Denkmalpflege die Diskussionen fortgeführt und Kooperationen verstärkt werden.

2014 LG Berlin Brandenburg Tagung „Qualität der Restaurierung in der Denkmalpflege - Restauratoren und Restauratoren im Handwerk“

Mai
Bildungsreise der Landesgruppe Berlin-Brandenburg

Im Mai unternahm die Landesgruppe Berlin-Brandenburg ihre nun schon traditionelle Bildungsreise, die uns dieses Jahr in den Spreewald führte. Die Fahrt begann in Eisenhüttenstadt, der ersten „sozialistischen Stadt“ der DDR, die als reine Planstadt rund um das neue Stahlkombinat an der Oder errichtet wurde. An den Gebäuden und Stadtstrukturen lassen sich die verschiedenen Bauabschnitte ablesen, die Baustile spigeln zugleich die politischen Vorgaben für Architektur und Städtebau wider. Wir wurden von einem örtlichen Architekten geführt und erhielten zur Geschichte eine umfassende Einführung durch eine Mitarbeiterin des Stadtplanungsamtes. Höhepunkt war die Besichtigung der 1953 gebauten Großgaststätte „Aktivist“. Die Gaststätte wurde bis 2010 umfassend restauriert und umgebaut, die Holzarbeiten von unserem Mitglied Matthias Baum (Unger & Baum, Guben) ausgeführt. Die vorbildliche Restaurierung wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
Anschließend ging die Fahrt über Kloster Neuzelle nach Guben, wo wir die Werkstatt Unger & Baum besichtigen konnten. Sie befindet sich in einem historischen Werkstattgebäude der Eisenbahn und wurde umfassend, aber behutsam restauriert. Der zweite Tag begann mit dem Besuch im historischen Hüttenwerk in Peitz und führte dann nach Cottbus. Hier konnte das Kunstmuseum besucht werden, dass sich in einem ehemaligen Dieselkraftwerk befindet. Im Theater, erbaut 1908 und vor kurzem restauriert, erhielten wir eine informative Führung, die uns auch hinter die Kulissen führte. Am Sonntag fand zum Anschluss eine entspannende Kahnfahrt durch den etwas kühlen Spreewald statt. Für das nächste Jahr steht als Reiseziel der Norden in Aussicht, voraussichtlich Ludwigslust und Schwerin.

2014 Bildungsreise der Landesgruppe Berlin-Brandenburg

2014 Bildungsreise der Landesgruppe Berlin-Brandenburg

 

Februar
Landesgruppe Berlin-Brandenburg auf der bautec Berlin


Die Landesgruppe war auf der bautec 2014 mit einem großen Stand vertreten, auf dem mehrere Gewerke ihr Handwerk vorführten: Vergoldungsarbeiten an Stuck, die Herstellung von Buchstaben in Zinkblech, Metall-Einlegearbeiten an Möbeln, die Bearbeitung von ausgebauten Stuckkassetten der Staatsoper Berlin waren Anziehungspunkt für die zahlreichen Besucher. Die bautec wurde von rund 40 000 Interessierten besucht. Von den teilnehmenden Firmen am Stand der Restauratoren im Handwerk wurde der Erfolg allerdings unterschiedlich bewertet: der Aufwand für die Gestaltung des Standes, Auf- und Abbau sowie für die Präsenzzeiten sind sehr hoch und das Publikum ist nur zu einem geringen Teil an Denkmalpflege interessiert. Über eine Teilnahme an der nächsten bautec 2016 wird die Landesgruppe zu gegebener Zeit beraten.

2014 Landesgruppe Berlin-Brandenburg auf der bautec Berlin

2014 Landesgruppe Berlin-Brandenburg auf der bautec Berlin